Belize – ein unbekanntes, aber vielfältiges Land

Ein Stop auf unserer Mittelamerika-Kreuzfahrt war Belize-City im gleichnamigen Staat Belize. Dieser liegt an der Atlantikküste am karibischen Meer und grenzt im Nordwesten an Mexiko sowie im Westen und Süden an Guatemala.

Ich persönlich hatte bis zum Buchen unserer Reise noch nie etwas von diesem Land gehört. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich mich bis zu diesem Zeitpunkt auch noch nie so richtig mit Mittelamerika beschäftigt hatte.

Was bietet Belize?

Ein Paradies für Taucher

Belize hat – nach dem australischen Great Barrier Reef – das zweitgrößte Korallenriff der Welt, welches sich an der kompletten Küste entlangzieht. Es ist daher ein Paradies für Schnorchler und Taucher. Mitten in diesen Riffen liegt das Great Blue Hole, eine 300m breite, bis zu 125m tiefe, kreisrunde Absenkung mit einem unterirdischen Höhlensystem. Durch die enormen Tiefenunterschiede wirkt erscheint das Wasser tiefblau und wirkt wie ein Loch in dem sonst eher flachen, türkisblauen Wasser.

Das Great Blue Hole ist Nationaldenkmal Belizes und zählt seitdem zusammen mit anderen Teilen des Riffs zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Flora, Fauna und Geschichte

Aber auch für die Nichttaucher hält Belize einiges interessantes bereit. Wie viele Länder Mittelamerikas ist auch Belize stark von der Maya-Kultur geprägt. So können auch heute noch einige kulturelle Zentren der Mayas besucht und besichtigt werden, wie z.B. Altun Ha, Xunantunich und Lamanai.

Kulturelles Lamanai und Bootsfahrt

Wir haben uns für den gerade genannten, von Tui-Cruises organisierten Ausflug entschieden, da dieser nicht nur den Besuch der Mayastätte Lamanai beinhaltete, sondern ebenfalls noch eine Bootstour durch den Regenwald.

Gestartet sind wir mit dem Bus am Hafen von Belize-City. Die Busfahrt führte quer durch die Stadt und die Vororte, so dass wir einen kleinen Einblick in das Leben dort erhalten haben.

Nach knapp einer Stunde Busfahrt sind wir an unserem Zwischenhalt in Tower Hill angekommen. Hier erwartete uns ein ziemlich leckeres, landestypisches Mittagessen mit Hühnchen, einer Art Totilla-Chips und Gemüse.

Nach der Stärkung sind wir auf die Boote gestiegen und schon ging die rasante Fahrt auf dem New River los. Ca. 1 Stunde lang fuhren wir den Fluss entlang quer durch den Regenwald. Natürlich wussten die Bootsführer genau, an welchen Stellen sich einheimische Tiere wie z.B. Vögel und Krokodile versteckten. Von den Vögeln haben wir einige unterschiedliche betrachten können, Krokodile haben wir leider nicht gesehen. Nachdem wir unterwegs noch „Schiffbrüchige“ aufnehmen mussten (bei einem Boot war unterwegs der Motor ausgefallen), sind wir wohlbehalten in Lamanai angekommen. Lamanai bedeutet übersetzt übrigens so viel wie „untergetauchtes Krokodil“, was wohl auf die geographische Lage am Wasser und den dort lebenden Krokodilen zurückzuführen ist. 

Direkt am Steg erwarteten uns auch schon unsere einheimischen Touristenführer für den Tag. Leider habe ich ihre Namen vergessen, aber es waren zwei ganz nette Damen, von der eine sogar eine Maya ist, also ihre Vorfahren an diesem Ort gelebt haben. Die beiden führten uns in den nachfolgenden Stunden komplett durch das Areal und erzählten uns viele interessante Dinge über die Ausgrabungsstätte Lamanai. So ist Lamanai die Mayastadt, die am längsten kontinuierlich besiedelt war, nämlich vom 16. Jahrhundert v. Chr. bis zum 17. Jahrhundert n. Chr.. Es wohnten sogar bis zu 20.000 Mayas hier. Unvorstellbar!

Es gibt viele Bauwerke aus der damaligen Zeit zu sehen, so unter anderem einen antiken Ballspielplatz, den Jaguartempel, den Maskentempel und den Hohen Tempel, auch El Castillo genannt. Schon damals wurden zu Unterhaltungs- und zur rituellen Zwecken Ballspiele gespielt, jedoch nicht mit Händen oder Füßen, sondern mit Ellenbogen, Knien und Oberschenkel.

Der Hohe Tempel misst ca. 35 Meter und darf seitlich über eine Holztreppe bestiegen werden. Der mühsame Aufstieg bei 30 Grad lohnt sich, denn von dort oben bietet sich ein wundervoller Blick über den Regenwald und den New River bis nach Mexiko und Guatemala.

Natürlich gibt es auch tierische Lebewesen in Lamanai: Brüllaffen. Noch bevor man sie hoch oben in den Baumkronen sitzend entdeckt, wird man durch ihr lautes und anhaltendes Gebrüll angelockt.

Bislang ist nur ein Teil der Anlagen in Lamanai ausgegraben. Grund dafür ist einerseits das fehlende Geld für die Forschung und Ausgrabung. Andererseits ist der Besuch in Lamanai bereits jetzt tagesfüllend nur mit dem Boot möglich. Würde man noch mehr Bauwerke ausgraben, so wäre der Ort vermutlich touristisch gesehen nicht mehr so interessant, da man nicht alles an einem Tag sehen könnte, dort aber auch nicht übernachten könnte. Somit wird wohl ein Großteil des Lebens der Maya in Lamanai immer im Verborgenen und somit ein Geheimnis bleiben… Andererseits wird so aber auch der Regenwald dort geschützt und nicht von Investoren und Hoteliers abgeholzt, um dort Hotelanlagen oder andere touristische Unterkünfte zu bauen.

Da es in Belize bereits gegen 17 Uhr dunkel wird und wir vor Einbruch der Dämmerung Tower Hill wieder erreichen mussten, machten wir uns zeitig wieder auf den Weg Richtung Boote. Wir hatten eins von den kleineren erwischt, in der laut Aussage des Guides ca. 10 Leute Platz nehmen sollten. Als wir losfuhren, waren es aber doch mindestens 15. So war es natürlich kein Wunder, dass ich mit einem Gesäß gefühlt schon unter der Wasseroberfläche saß und wir immer langsamer wurden… Also hieß es auf der Hälfte der Strecke, die Hälfte der Leute müsse in ein anderes Boot umsteigen. Anschließend waren wir natürlich einiges leichter und auch schneller. Und so fuhr der Guide mit rasantem Tempo in scharfen Kurven quer über den New River durch den Regenwald und wir hatten nochmals die Möglichkeit, Flora und Fauna zu beobachten.

In Tower Hill angekommen, ging es dann direkt in den Bus und zurück zum Hafen.

Ein wahnsinnig interessanter, lehrreicher und spannender Tag neigte sich dem Ende entgegen. Ein Souvenir hatte ich mir auch mitgebracht – eine fette Erkältung aufgrund des Fahrtwindes auf dem Boot. Also mein Tipp an alle, die diesen oder einen ähnlichen Ausflug mit Bootsfahrt machen möchten: Einen Schal und/oder eine dünne Jacke mitnehmen! Und wen es doch erwischt (hat), immer an eine gut gepackte Reiseapotheke* denken 🙂

*Wenn Du über diesen Link bestellst, erhalte ich eine kleine Provision. Für Dich ist dies jedoch völlig ohne Risiken und Nebenwirkungen 🙂

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